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Honorar:
Zum Glück gibts Männer

Von Annett Altvater am 21. April 2008 um 09:05 Uhr Kommentare (5)
Kategorien: Hier, Macht

Männer sind unverzichtbar. Zum Beispiel bei Honorarverhandlungen.

jobverhandlungen

Eine typische Situation in meinem Büroalltag als freie Journalistin: Ich habe einen Auftrag für einen Artikel verabredet. Jetzt ist noch offen, wie viel Honorar ich dafür vorschlage. Oft liege ich viel zu tief, was sich erst dann herausstellt, wenn ich mit meinen Kollegen darüber rede. “Da hättest du ruhig 500 statt 300 sagen können”, sagen sie dann beispielsweise.

Das Problem ist nur: Mir ist es sehr unangenehm, überhaupt über Honorare zu reden.

Um eines zu fordern, das angemessen hoch ist, braucht es sogar Überwindung. Meiner Kollegin gehts gleich. Deswegen sind wir dankbar, dass um uns herum immer Männer sind, die das Gefühl, jemanden mit einer Lohnforderung vor den Kopf zu stossen, nicht zu kennen scheinen. Vielleicht schätzen sie den Wert ihrer Arbeit auch einfach grosszügiger ein. Nein, realistischer.

Mein Training für erfolgreiche Honorarverhandlungen funktioniert deshalb so: Ich frage IMMER vorher meine männlichen Kollegen oder Freunde, wie viel sie verlangen würden. Meistens erscheint mir ihr Vorschlag unverschämt hoch, da er im Schnitt 30 Prozent über meinen Vorstellungen liegt. Ist kein Mann in der Nähe, schlage ich automatisch 30 Prozent auf meinen gefühlt angemessenen Vorschlag drauf. Das funktioniert wunderbar.

Ich weiss, dass es nicht sonderlich emanzipiert ist, mir männliche Vorbilder zu suchen, um auf einen anständigen Verdienst zu kommen. Aber Lohnangleichung heisst Angleichung nach oben, und Männer verdienen nun mal mehr, wohl auch, weil sie mutiger/selbstbewusster/entspannter verhandeln.

Können das tatsächlich alle Männer oder haben die das alle bei anderen Herren abgeguckt?

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5 Kommentare

Sofie

Könnte es sein, dass die Männer ihren eigenen Wert mehr über beruflichen Erfolg ermitteln? Viele Männer sind Kämpfer, sollen sie auch sein, daher viel energischer. Wir Frauen denken immer “das macht man doch nicht” und halten sich der Harmonie zuliebe zurück.
PS: man bekommt das, was man denkt ist man Wert. Könnte auch etwas mit dem persönlichen Selbstwert zu tun haben.


Andreas Kyriacou

Ich halt’s so: Wenn ich das Gefühl habe, mit meiner Tarifvorstellung im Bereich “unverschämt aber durchsetzbar” zu liegen, frag ich mich, wer davon profitiert, wenn ich dieselbe Arbeit für weniger erledige. Meist ist die Antwort “nicht die/der Richtige”, also schlag ich eher gleich noch einmal 10% drauf.

Bei einer NGO oder im privaten Umfeld arbeite ich gerne für lau oder zumindest für einen Billiglohn. Wenn aber nicht ersichtlich ist, dass beim Auftraggeber das eingesparte Geld sinnvoller anderweitig eingesetzt wird, fühl ich mich nicht dazu berufen, aus freien Stücken auf Honorar zu verzichten.


Christian

Salve
Natürlich können das nicht alle Männer… zumindest mir macht es Spass, es ist eine bestimmte Art, ein Geschäft zu machen.

Christian


Krischan

Nein Schwesterherz, das liegt nicht nur daran, dass du eine Frau bist, sondern auch an der Erziehung. Ich kann’s nämlich auch nicht…

dein Bruderherz


Martin

Mich ärgert es immer, wenn so altweiberlich herumgeschmiert und emanzt wird, wie gut es uns Männern doch geht. So ein blöder Satz “Können das tatsächlich alle Männer oder haben die das alle bei anderen Herren abgeguckt?” Meinst du eigentlich das macht als Mann Spaß ständig von anderen Männern eins auf’s Maul zu bekommen, degradiert und lächerlich gemacht zu werden? Natürlich ist die Wirklichkeit unter Männern oft ein Kampf. Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass nicht alle Beteiligten dabei immer überleben.


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