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Schlechter Sex:
Zum Glück nur im Buch

Von Annett Altvater am 19. April 2008 um 11:04 Uhr Kommentare (7)
Kategorien: Allgemein, Ich, Macht, Sein

Die Erfahrungen, die ein Buch von Schwarzkopf & Schwarzkopf zusammengetragen hat, möchte ich jeder ersparen. Jedem aber auch.

Schlechter Sex hat viele Facetten. Und ich verrate nicht zu viel, wenn ich vermute, dass wir alle die eine oder andere Erfahrung damit haben. Ich erinnere mich da zum Beispiel an

Haha, reingefallen. Zum Glück muss ich mich darüber nicht ausbreiten, sondern kann ganz diskret auf ein Buch verweisen, das solcherlei in 33 Episoden zusammenfasst. Geschichten von Frauen, die der Autorin Mia Ming ihre schlechtesten Sex-Erinnerungen anvertraut haben.

Spätestens jetzt sollte klar sein: Wer Anheiz-Lektüre sucht, ist mit “Schlechter Sex” auf dem falschen Dampfer. Und wer ein Machs besser-Buch sucht, ebenfalls. Hier wird ausgebreitet, was alles schief laufen kann: ein Geizkragen mit löchrigem Kondom, ein sich selbst überschätzende Liebhaber, der beim Fellatio kläglich versagt, ein arroganter Typ, der Unsummen für eine heisse Nacht ausgibt, keinen hochbekommt und im Ärger darüber unsouverän wird.

Gemein am Buch ist nun, dass es diese Männer nicht als Individuen betrachtet, sondern in einen Topf wirft, den Deckel drauflegt und aufs Feuer schiebt. Die Autorin Mia Ming nutzt das Vorwort, um mit dem Finger auf “die Männer” zu zeigen. Und zwar nicht nur auf jene Individuen, die in den Geschichten eindeutig versagt haben, sondern pauschal auf alle.

“Die Männer sind schuld!”, schreibt sie. Und: “Nehmt die Männer nicht so ernst, sie können leider nicht anders!” Männlichen Lesern gibt sie ebenfalls den Tipp, sich nicht zu ernst zu nehmen, denn “Frauen können auch anders.” Obwohl ich sehr empfänglich bin für jede Art von Ironie, habe ich keine entdecken können. Vielleicht liegts an den Ausrufezeichen.

Empfehlenswert – besonders für Männer – finde ich trotz Pauschalisierungsveto ausgerechnet die Episode 28 über Männer an sich: Lisa, die nicht einsieht, warum ausgerechnet sie es ist, die ihre Liebhaber über ihre Anatomie und Bedürfnisse aufklären muss, erklärt das Lecken. Eine nette Abwechslung zwischen allen Desastern.

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7 Kommentare

Anna

Dabei sind gerade Ausrufezeichen häufig Hinweise auf Ironie!!


Thommen

Als Schwuler der immer wieder mit Heterosexuellen, Verheirateten und “mit Freundin” Sex hat, kann ich mich immer nur wundern, warum Frauen mit den Männern nicht kommunizieren und mit was für Typen DIE ins Bett gehen…
Auch möchte ich daran erinnern, dass die so vielbeklagten Prostituierten einen grossen Teil DER Arbeit verrichten, die Ehe- und andere Frauen nicht tun wollen oder können… Also mal Vorsicht!


Thommen

P.S. 30 % einer Anzahl von Bisexuellen in Australien würden sich lieber umbringen, als ihrer Frau “davon” zu erzählen… :-(


Airigh

ein sich selbst überschätzende Liebhaber, der beim Fellatio kläglich versagt

Ein Mann, der an einer Frau Fellatio praktiziert? Man lernt doch nie aus…

Und ich dachte in meiner grenzenlosen Beschraenktheit, diese Form des Oralsex hiesse Cunnilingus.

http://de.wikipedia.org/wiki/Fellatio
http://de.wikipedia.org/wiki/Cunnilingus

Bevor frau also Artikel ueber Maenner und schlechten Sex schreibt, sollte sie sich vielleicht ueber die Begrifflichkeiten informieren…


Annett Altvater

@Anna: Stimmt eigentlich, das mit den Ausrufezeichen. Aber trotzdem fand ich irgendwie, dass das Buch es eher noch unterstuetzt, pauschal zu motzen, statt Frauen zu ermutigen, den Mund aufzumachen, wenns drauf ankommt. Da bin ich einer Meinung mit Thommen.
@Airigh: Tatsaechlich. Hab ich nicht gewusst. Vielen Dank fuer den Hinweis, sonst wuerde ich das noch meinen Enkeln als Aufklaerung verkaufen.


Wolf-Dieter Roth

“statt Frauen zu ermutigen, den Mund aufzumachen, wenns drauf ankommt”

Das ist in diesem Umfeld jetzt aber etwas -ähem- mißverständlich… [duck]

Ansonsten: Die lateinischen Ausdrücke nicht zu kennen, ist denke ich mal nicht so wirklich das Entscheidende. Obwohl sowas ja ganz schnell passieren kann, daß unerwartet die andere Sorte geftagt ist, siehe Fußballer Ronaldo bei der Mädelssuche….

Aber das fiel mir auch an dem Buch auf - ich hatte es ja zuerst, gab es dann Annett weiter: Gemeckert ist leicht. Aber würde ein Mann so über Frauen meckern, die nicht wissen, wie sie mit seinen Körperteilen umzugehen haben und auch auf entsprechende Hinweise nicht reagieren? Oder sich noch ganz andere zwischenmenschlich unakzeptable Klopse leisten? Nein, ein Mann könnte sich das nicht erlauben. Der Gentleman genießt (oder halt nicht) und schweigt. Er würde auch höchstens ausgelacht, wenn er sich über schlechten Sex beschwert.

Oder man stelle sich ein Buch vor, in dem ein Mann die Roche macht und davon erzählt, sich vor dem Sex und auch sonst nie zu waschen, weil die Bazillen und der Gestank sein Mannsein so richtig zur Geltung brächten? Wäre kaum auf Platz 1 der Bestellerlisten. (Obwohl, wer weiß, würden vielleicht alle Frauen kaufen und sagen “na wir haben es ja immer gewußt, endlich gibt es einer zu!” ;-)))


hans

[Edit: Kommentarspam gelöscht.]


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