Sklaverei:
Die moderne Frau

Von am 21. März 2008 um 08:56 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Allgemein, Hier

Ken Loach macht wütende Sozialdramen. In “It’s a free world…” prangert er die moderne Sklaverei an, die in Grossbritannien um sich greift.

Ken Loach in Spanien vor einem Plakat für seinen Film It's a free world
Ken Loach in Spanien vor einem Plakat für seinen Film “It’s a free world” (Bild Keystone / Chema Moya)

“It’s a free world…” lohnt sich aus mehreren Gründen: Die Schauspieler sind fantastisch, allen voran Angie und der Arbeitssklave Karol mit Heimweh und blauen Augen. Ausserdem wegen Angies Akzent, der mich an Vicky Pollard aus Little Britain erinnert.

Und dann, weils einfach fertig macht, so einen moralischen Film zu sehen.

Den will ich stoppen und die Hauptdarstellerin an ihren blondierten Strähnen (tolle Ausstattung, noch ein Grund) aus dem Mist zerren, den sie verzapft, wenn sie langsam die Kontrolle und ihr bisschen Anstand im Kampf um profitable Arbeitsvermittlungsgeschäfte verliert.

Da stört es nur ein bisschen, dass sie unmotivierter Weise eine iranische Einwandererfamilie “rettet”. Wohl nur notwendig, um ihre Verrohung zu demonstrieren, wenn sie später auch ebendiese Familie an die Ausländerbehörde verpfeift. Oder dass sie ihre eigenen polnischen Angestellten als Sexsklaven zu sich bestellt. Welche Frau würde in Kauf nehmen, dass sich am nächsten Tag die ganze männliche Belegschaft das Maul zerreisst? Oder dass Angie sich zwar in die Hosen macht, sich bei Gelegenheit aber nicht als erstes die nasse Hose vom Leib reisst, sondern sich mit ihrem Pizza essenden Sohn an den Tisch setzt. Nehm ich ihr nicht ab.

Nun schickt Ken Loach aber eine fiese Drohung in seinem Film mit: Während der fette Wirt den beiden Geschäftsfrauen dabei zusieht, wie sie SMS tippen (“Kann man da auch Pornozeug angucken?”), meint er, dass Frauen die Welt regieren werden und dass sie dank dem Klonen keine Männer mehr brauchen werden. Keine angenehme Vorstellung, dass Frauen für die brutalen Zustände auf dem Arbeitsmarkt zuständig sein werden.

Aber nicht für Angie. Sie sagt: “I will keep you as a pet.”



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