Wikipedia-Gründer Jimmy Wales
Schon mal von Netikette gehört?
Von Ulrike Ammermann am 11. März 2008 um 12:53 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Macht, Schein
Die Geschichte von einem jungen Mädchen, das durch Internet-Mobbing in den Selbstmord getrieben wurde, hatten wir an dieser Stelle schon. Jetzt scheint das schlechte Internet-Benehmen auch in der Welt der “Erwachsenen” angekommen zu sein.

Wikipedia-Gründer Jimmy Wales (Klick aufs Bild): Spielt nach eigenen Regeln. (Foto Keystone/Boris Rössler)
Die Protagonisten des aktuellen Groschenromans jedenfalls sind alle dem Teenageralter schon seit ein paar Jahren entwachsen: Jimmy Wales hat es in der Internetcommunity zu einigem Ruhm gebracht, indem er die freie Enzyklopädie Wikipedia gründete. Jetzt hat er wohl auch einen neuen Meilenstein im Handling privater Beziehungen gesetzt:
Nachdem wir das Beenden von Beziehungen per Telefon schon kannten und etwas geschmacklos fanden. Und auch schon vom Schlussmachen per SMS gehört hatten und es noch ein bisschen geschmackloser fanden, hat Wales sich nun via wikipedia getrennt – mit der gesamten Community als unfreiwilligem Publikum.
Seine Ex-Freundin kam so zwar nur zum zweiten Zug, stand ihrem ehemaligen Lebensgefährten jedoch in nichts nach. Rachel Marsden jedenfalls versteigerte seine Klamotten darauf bei ebay Kanada. Sie ging noch einen Schritt weiter.
Nicht nur beschrieb sie sich im Begleittext als “Nun-Ex-Freundin” des Wikipedia-Gründers, sie habe Wales’ Kleidung auch gründlich gewaschen, da sein Geruch Terror für ihre Nase sei. Und schob der gewaschenen Wäsche einige schmutzige hinterher, indem sie auf die Webseite Valleywag verweist - das Online-Klatschorgan des Sillicon Valley.
Dort findet sich unter “Die Summe allen menschlichen Wissen” inzwischen eine ganze Chronologie des Trennungskrieges der beiden. Und ein Menge anderen Gossip rund um Wales und die Frauen.
Wer kann sich noch an die Zeiten erinnern, als Neulingen in Netz-Foren immer erst ausführlich die Netikette erklärt wurde? Als darauf hingewiesen wurde, dass sich Beschimpfungen im weltweiten Netz genauso wenig gehören wie im echten Leben.
Nicht einmal in Großbuchstaben schreiben sollte man, weil es im Internet genauso laut nachhalle wie lautes Brüllen im richtigen Leben. Das Traurige ist, schlechtes Benehmen im world wide web ist sogar noch monströser als im richtige Leben, weil es, einmal ins Netz geschickt, für immer konserviert ist und von Seite zu Seite wabern kann.
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