Kinderkriegen:
Mutter werden ist nicht schwer?

Von am 8. März 2008 um 09:13 Uhr Kommentare (3)
Kategorien: Ich, Sein, Über

Früher tat frau alles dafür, nicht schwanger zu werden. Das ständige Ticken der biologischen Uhr hat uns aber soweit gebracht, heute genau das Gegenteil zu wollen. Und da geht der Marathon erst richtig los…

Die Leserin Mitte Dreissig wird das Problem vielleicht kennen. Nun hast du all die Jahre studiert, Ausbildungen gemacht, dein Leben gelebt und mehr oder weniger gutes Geld verdient. Und jetzt vernimmst du ein immer lauter werdendes Ticken. Diese verdammte biologische Uhr! Ticktack ticktack… Also gut, ein Kind muss her. Aus irgendwelchen Gründen scheint das Leben, das du bis anhin geführt hast, keinen Sinn mehr zu machen ohne Kinder. Da kann man dich noch so warnen, dass Kinder dir den Schlaf rauben, deine Brüste der Schwerkraft nicht mehr länger standhalten werden und du noch weniger Sex haben wirst. Du ignorierst alle Befürchtungen und stürzt dich in das Abenteuer „Kinder kriegen“.

Same same, but different
Und schon merkst du, dass es gar nicht so anders ist, wie das bisherige Bestreben, eben KEINE Kinder zu haben. Ob du jetzt nun mit Temperatur-Messen (Bspw. Babycomp)und Urintest (Persona) verhütest oder eben den Eisprung treffen willst, ist einerlei. Fakt ist jedoch, du stehst jetzt jeden morgen mit dem Thermometer im Mund über der Schüssel und versuchst mit deinem Morgenurin das Stäbchen zu treffen (und bitte nicht umgekehrt!). Dieses steckst du danach gleich in das Apparätchen und deine Temperatur schreibst du in eine Tabelle ein. Dies versuchst du alles diskret zu meistern, schliesslich ist Kinder kriegen schon unsexy genug, dein Mann muss über dein Tun nicht auch noch Bescheid wissen. Du bleibst nach aussen hin cool…

Damit ist es aber heutzutage noch lange nicht getan. Dafür weiss man einfach zuviel über Zeugung und Verhütung. Du machst also alles richtig. Nach dem Sex bleibst du liegen und gehst trotz fast explodierender Blase erst Stunden später auf’s Klo. Du hast dir sogar schon bei der Missionarsstellung ein Kissen unter den Po gelegt. Und sowieso kommt nur noch diese Stellung für dich in Frage, alles andere wäre nicht zeugungsfördernd (ich glaube, dieses Wort lasse ich patentieren).

Papa ante Babies
Du machst vielleicht alles richtig, aber du bist beim Kinder kriegen ja nicht alleine. Und was macht der zukünftige Papa? Ja, klar, er macht wie immer alles falsch! Er trägt zu enge Hosen. Er badet jeden Abend. Heiss. Er fährt Mountainbike. Viel. Und man weiss bei ihm nie, ob er es sich doch noch anders überlegt mit der Baby-Produktion.

Also hilfst du etwas nach: Du überzeugst ihn davon, dass der Baggy-Pants-Look ihm hervorragend steht, obwohl es dich graust, ihn wie einen alternden Hobby-Homie rumlaufen zu sehen. Du spühlst ganz viel Geschirr, damit das warme Wasser abends schnell ausgeht. Oder du bohrst ein Loch in den Boiler, damit er sein Familienglück nicht überhitzt. Das Mountainbike-Fahren kannst du ihm leider beim besten Willen nicht abgewöhnen, aber du überzeugst ihn zu hause zu bleiben so oft es geht. Vor allem, wenn du an dem Wochenende Eisprung hast.

Und zu guter Letzt beendest du ein Date mit deinen Freundinnen vor Mitternacht, damit du den Vater in spe noch wach erwischst, denn heute ist happy egg-jumping-day!

Von wegen Mutter werden ist nicht schwer!



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3 Kommentare

Sofie

ich überlegs mir glaub ich nochmal….


[...] kleine Übertragung auf den Alltag, Bundeswehr und das politische Geschehen. Teile und genieße Diese Icons verzweigen auf soziale [...]


Ana

Die Frau Mitte 30, die zumindest einen Mann hat, der als Vater in Frage kommt, kann sich ja noch einigermaßen glücklich schätzen. Aber was, wenn man Großstadtsingle ist und weit und breit kein passender Typ in Sicht, der willens ist, eine Beziehung einzugehen – von Familiengründung mal ganz zu schweigen?


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