Proud Mary:
Werbung für Frauen
Von Annett Altvater am 4. Februar 2008 um 08:24 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Allgemein, Schein, Status
Daniela Jakab und Claudia Zechner haben die erste Werbeagentur gegründet, die ganz auf die Zielgruppe Frau ausgerichtet ist: Proud Mary. Das ist ne prima Idee mit ebensolchem Namen. Für prima Werbung reicht das aber nicht.
Kürzlich flatterte eine Mail ins Postfach: Proud Mary hatte eine “nachweihnachtliche Nichtnewsletter-Geschichte mit viel News- und Schmunzel-Charakter” geschickt. Darin trifft Proud Mary einen Engel, der tolle Sachen sagt wie: “Es ist Zeit für die Frau.” Engel und Frau tauschen Visitenkarten und Handynummern, ganz moderne Business-Ladies. Die Moral von der Geschichte: Der Engel trägt eine Uhr und, ja, Proud Mary macht Werbung für diese Uhr. Mit solchen Sätzen:
“Was ich trage ist ein ganz persönlicher Talisman nur für Frauen, die sich und ihren Lebenszielen treu bleiben möchten. Frauen, die zu sich stehen und stolz auf sich sind.”
Da haben sich die Proud Marys ja vor subtilem Frauenwitz und weiblicher Kreativität kaum retten können. Oder wars die Uhren-Firma selbst, die diesen femininen Erguss hervorgebracht hat? Möglich wärs, hier ein Lektürebeispiel von der Webseite:
“Im Mittelpunkt die Raute als Symbol des Lebens und des Wohlergehens. Bei zwölf Uhr die Spirale: Sie steht für die Energie des Wassers als Lebensquelle für die Weiblichkeit. Der Stein bei sechs Uhr symbolisiert die Energie des Feuers, den Süden, die Sonne, das Männliche. Und die Schlaufe des Unendlichen verbindet das Männliche mit dem Weiblichen für die kosmische Ewigkeit.”
Jetzt kann man nur hoffen:
1. dass die Proud Marys mit ihrem Geschichtchen ordentlich Kohle verdient haben und sich künftig leisten können, länger an ihrem Output zu feilen.
2. dass sich die Männer nicht von diesem Gugus zu einem Kauf verleiten lassen, weil sie glauben, dass ihre Frauen darauf abfahren.
Wir sind nicht so!
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2 Kommentare
Das war früher anders mit der Zielgruppen affinen Werbung.
Ein Spot aus der Anfangszeit des bunten Fernsehens:
http://www.youtube.com/watch?v=Iop0Q5L82Fs
Annett Altvater
schrieb am 18. Februar 2008, 07:55 Uhr (Permalink zum Kommentar)Oh ja, sehr schön. Immerhin darf die Frau nicht nur zuhause spröde Hände bekommen, sondern auch im Beruf.
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ThomasK
schrieb am 17. Februar 2008, 13:32 Uhr (Permalink zum Kommentar)