Badezimmer:
Stil oder Organisation?
Von Camilla John am 3. Februar 2008 um 02:13 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Hier, Ich, Sein
Es sah wunderschön aus! Ich war begeistert. Von mir selbst, meiner Gabe zum Dekorieren! Überall standen sie, kleine Fläschchen, bunte Tuben, Döschen und Tiegel. Ja, es hat mir unendlich viel Freude gemacht, mein neues Badezimmer einzurichten, Shampoo und Peeling ein Zuhause zu bereiten.

Badezimmer-Stilleben (Bild Khanh Trang)
Wie auf den durchgestylten Beauty-Seiten eines meiner geliebten Modemagazine habe ich farblich passend angeordnet und der Größe nach aufgestellt. Die vorherrschende Farbe in diesem Arrangement waren zarte Pastelltöne, in denen die Designer glücklicherweise Duschgels oder Badeschaum kleiden. Fast wollte ich zum Handy greifen und meiner Freundin ein Foto dieses fröhlichen Zusammentreffens der Reinigungsprodukte auf Badewannenrand, Fensterbank und Waschbeckensims schicken, aber das wäre dann wohl übertrieben, dachte ich ganz zurückhaltend.
Ach ja, ich fand es sehr schön, dieses Badezimmer, in dem man auf den ersten Blick sehen konnte, wie groß das Sortiment eines Drogeriemarkts wirklich ist.
Wie viel Platz braucht ein Mann?
Eine Tatsache ist mir bei meinen innenarchitektonische Ausflug allerdings kurz abhanden gekommen: der Fakt, dass es ja gar nicht MEIN Bad war, vielmehr ist es (auch heute noch) doch UNSERES. Das gab auch mein Freund zu bedenken. Okay, er betonte es ziemlich nachdrücklich. Auf mein enthusiastisches Rufen hin erschien der Kopf meines Liebsten in der Tür.
Ich war in Erwartung, Bestätigung oder wenigstens Wohlwollen mit meiner Kreativität auszulösen, beides traf nicht ein, vielmehr der Hinweis darauf, dass ich mit einem Mann zusammenwohnen würde. Irritiert mein Blick, war mir doch alles ganz klar!
Da ich nicht sofort angemessen reagierte, wurde er deutlicher: ein Shampoo, ein Duschgel - der Rest in den Schrank oder sonstwo hin. Frechheit, “sonstwo” sehen ich und andere sie doch gar nicht, die Flut von Döschen und glitzernden Ampullen! Ich griff tief in die weibliche Argumentationskiste, versuchte zu überzeugen, doch es half diesmal rein gar nichts. Ein Bad sei keine Ausstellungsfläche, er wolle auch ein Eckchen für “seine Sachen” und ich bräuchte doch eh nicht alles gleichzeitig.
Ist mir auch klar, aber…da war er schon weg, weitere Diskussion sinnlos.
Während ich dann schweren Herzens einpackte, da wurde es mir wieder einmal klar: Es gibt Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Wow! Männer brauchen anscheinend mehr Platz für sich selbst, Frauen geben lieber anderen Platz - auch, wenn die “anderen” Shampoos und Pflegespülungen sind.
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2 Kommentare
Liebste Camilla.
Ich vermute mal, es sind Khanhs Erinnerungen an die 0,8 m² großen Badezimmer in Asien, hier vermutlich Vietnam, die ihn so anordnen lassen. Irgendwie ja auch verständlich, oder?
Camilla John
schrieb am 4. Februar 2008, 13:44 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ja, vermutlich ;)
sieht ja auch schön aus, aber ich wette, der Badezimmerschrank ist vollgestopft mit vielen Duschgels und Shampoos! Müssen ja schließlich irgendwo Platz finden, oder?
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Hardy Villwock
schrieb am 2. Februar 2008, 19:10 Uhr (Permalink zum Kommentar)