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Präsidentenwahl in den USA:
Die Frau oder der Farbige?

Von Ulrike Ammermann am 29. Januar 2008 um 11:32 Uhr Kommentare (11)
Kategorien: Macht, Sein

Die Demokratische Partei der USA kann gar nicht mehr anders, als ein Premiere zu lancieren: Für sie wird eine Frau oder ein Farbiger im Kampf um die Präsidentschaft antreten.

Hillary Rodham Clinton und Barack Obama Präsidentschaftswahl USA Demokraten
Hillary Rodham Clinton und Barack Obama: Vor der endgültigen Kandidatenkür sprachen sie noch miteinander. (Bild keystone/ Evan Vucci)

Demokratien leben davon, dass jede Frau und jeder Mann in regelmäßigen Abständen die Wahl hat. Zu festgelegten Zeitpunkten geben Wahlen dem Volk die Macht über die Jobs an der Spitze und verhindern so zumindest zum Teil die unerfreulichen Nebenwirkungen von Macht – wie Vetternwirtschaft, Machtmissbrauch, Stillstand. Aber das bedeutet eben auch, dass alle vier bis fünf Jahre die Welt neu erfunden werden muss. Aus welchem geringerem Grund sollte der durchschnittliche Bürger sonst die Mühe auf sich nehmen, das Haus zu verlassen, um in irgendeiner muffigen Grundschule mit dem Kuli ein Kreuz zu malen?

 

Genau das ist die Situation, vor der die USA mit ihrer Präsidentschaftswahl stehen:

1. Es muss gewählt werden;

2. Der alte Präsident kanns nicht noch mal machen. Deshalb muss

3. ein ganz neuer Plan her;

4. Am leichtesten symbolisiert man einen Aufbruch in der Person des Kandidaten und nicht im langen und hochtheoretischen Wahlprogramm.

Schließlich kann kein Wahlkampfstratege darauf vertrauen, dass die Bürger sich die Mühe machen, all den Papierwust der Parteioberen zu lesen. Botschaften müssen schnell und emotional verkauft werden.

Tja und in der Situation hat zumindest die derzeit nicht an der Macht befindliche Partei der Demokraten in den USA das Problem, dass, egal wie die parteiinterne Kandidatenkür im August ausgehen wird, sie in einem bahnbrechenden “ersten Mal” enden wird. Entweder wird Senator Barack Obama der erste Farbige sein, der als Kandidat der großen Volkspartei echte Chancen auf den Präsidentenjob hat. Oder die Senatorin Hillary Rodham Clinton wird die erste Frau mit ernstzunehmenden Aussichten, die erste Präsidentin der USA zu werden.

Sogar Karl Rove, ehemaliger Chef-Berater des aktuellen Präsidenten George Bush, sagte neulich in einem Interview mit dem National Public Radio, die Amerikaner suchten nach neuen Wegen, Barrieren zu überwinden. Sie würden es lieben, eine Frau an die Spitze zu wählen. Sie würden es lieben, einen Afroamerikaner in das höchste Amt des Staates zu wählen, sagte Rove.

Wen auch immer die Demokraten zum Präsidentschaftskandidaten küren, es wird in jedem Fall eine historische Wahl sein. Und was für die Kandidatenkür zutrifft, gilt erst recht für die “richtige” Wahl. Wenn am 4. November 2008 die Bürger der USA über ihren neuen Präsidenten abstimmen, wird es um nicht weniger gehen als einen neuen Plan für die Welt.

Wir hier im alten Europa haben zwar gar keine Wahl. Aber das heiß natürlich nicht, dass wir nicht auch eine Meinung haben: Was wäre besser für die Zukunft: Eine Frau oder ein Farbiger an der Spitze der Supermacht?

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11 Kommentare

Hardy Villwock

Unabhängig vom Inhalt des Posts erinnert mich das Bild an den alten Feministen John Lennon.


Ulrike Ammermann

Hallo Hardy,

wieso?

Gruß Ulrike Ammermann


Hardy Villwock

Einmal Lennon anklicken.


Nathalie Sassine

Gut gesehen Hardy. Einziger Unterschied: Frauen waren nie eine Minderheit. Und wurden trotzdem so behandelt. Und heute?…


Hardy Villwock

Salut Nathalie, selbst nur der einhundertreichste Deutsche müßte 40 Jahre lang für einen Stundenlohn von 16808,61 € arbeiten, um zu dem Vermögen zu kommen, das er bereits hat. Was sollen da bloß erst die Familien der Hartz4-Empfänger sagen? Und das sind nicht so wenige!
Ich glaube Gerechtigkeit ist in dieser Welt nicht vorgesehen.

P.s.: Theo Albrechts Std.Lohn betrüge 409009,41 €.


Ulrike Ammermann

Hallo Hardy,

wer hat dieses Vermögen, das ein Hartz IV-Empfänger nie erreichen wird?

Gruß Ulrike Ammermann


Die Gans


Hardy Villwock

Hallo Uli!
Das war im Jahr 2001 Jörg Mittelsten Scheid.
Hier noch ein paar ebenso interessante Daten.


Peter

Es geht bei den Vorwahlen nicht darum, ob eine Frau oder ein Schwarzer zur Kandidatin oder zum Kandidaten gewählt. Das ist ein Hype der Medien. Viel eher geht es um die Frage, ob die Demokraten bereit sind für einen Generationenwechsel, also weg von den Baby-Boomern.

Zudem haben Hillary Clinton und Barack Obama unterschiedliche Auffassungen, wie das Land regiert werden soll. Sie ist die Managerin, die glaubt, dass eine Unterschrift unter ein Gesetz Veränderung bleibt. Obama hingegen glaubt, mit vagen Visionen würde er das Land verändern können. Mehr dazu


Peter Sennhauser

Hallo Peter! Freut mich, dass Du hier mitliest. Und den Satz hier schreib ich mir auf:

Sie ist die Managerin, die glaubt, dass eine Unterschrift unter ein Gesetz Veränderung bleibt.

;-)


anonym

Obama muß gewinnen. Dann wird sich nicht nur in den USA sondern auf der Welt vieles ändern. Nicht das der amerikanische Präsident etwas zu sagen hat, er führt auch nur Befehle aus. Es wird dem Verständniss für eine andere Rasse sehr gut tun…


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