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Breathwalk, Budokon und Floating:
Neue Wellness-Trends

Von Ulrike Ammermann am 26. Januar 2008 um 11:11 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Geist, Ich, Sein

Wellness ist Moxibustion, Zazen oder Chi Yoga. Wellness ist aber auch Fityoghurt und Duschmittel A oder Badezusatz B: Das bis zur Unverständlichkeit ausgeleierte Modewort bedarf einer Klärung. Damit frau weiss, welches neue Angebot wirklich Wellness ist - und welches bloß Wellnepp.

Meine Erinnerung an meine Zeit als Embryo ist nicht wirklich ausgeprägt, aber das sanfte Schaukeln und das beruhigende Licht in der “Blue Box” (siehe weiter unten) hatten tatsächlich eine ausgesprochen entspannende Wirkung auf mich. Richtig - Ich habe mir Wellness-Trends angesehen und ein paar ausprobiert.

Der Begriff “Wellness” wurde in den USA in den 50er Jahren geprägt, als man versuchte, mit neuen Methoden die explodierenden Kosten im Gesundheitswesen einzudämmen. Er setzt sich aus den Begriffen Wellbeing - Wohlbefinden - und Fitness bzw Happiness, also Fröhlichkeit, zusammen. Und genauso verstehen seriöse Anbieter bis heute Wellness: Nämlich als Methoden und Anwendungen, die das körperliche, geistige und seelische Wohlbefinden steigern.

Es geht also um bewusste Ernährung. Darum, dass man sich zumindest grob an die Erkenntnisse der Ernährungswissenschaften hält. Die meisten von uns wissen eigentlich, wie das geht: 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag, nicht zu viel Kohlenhydrate und so. Und ab und an fürs persönliche Glücksgefühl ein Stück Edelschokolade.

Es geht – natürlich – um bewusste Bewegung. Dass regelmäßiger Sport gut für einen ist, weiß man bei ein bisschen Nachdenken eigentlich auch ganz von alleine.

Es geht um bewusste Entspannung und Methoden, den eigenen Stresspegel auf einem erträglichen Level zu halten, zum Beispiel mit Hilfe von autogenem Training.

Und es geht – nicht zuletzt - um einen bewussten Umgang mit der Natur.

Wenn man sich das alles mal klar gemacht hat, braucht man eigentlich auch keine schlauen Ratgeber und Zertifizierungsprogramme mehr , um zu wissen, dass Nahrungsergänzungsmittel und Sonnenbänke mit echter Wellness ungefähr so viel zu tun haben wie Britney Spears mit dem örtlichen Kirchenchor.

Was für Trends gibt es also auf dem Markt des Schön-, Glücklich- und Wohlbefindens?

BLUE BOX Blue Box – Die Blaue Box ist ein abgeschlossener Raum in Form einer Ellipse, umgeben von einer bläulich leuchtenden scheinbar flüssigen Hülle. Der Gast nimmt nicht genau wahr, wo der Raum anfängt und wo er aufhört. In der Mitte stehe zwei sogenannte Alphaliegen, die allein durch den eigenen Atem in Schwingungen versetzt werden. Das soll einen in den Alpha-Zustand versetzen, in dem man als Embryo glücklich und zufrieden auf seine Geburt gewartet hat. Immer schön warm und bequem, automatisch satt – rundum zufrieden. Nun ist meine Erinnerung an meine Zeit als Embryo nicht wirklich ausgeprägt, aber das sanfte Schaukeln ujnd das beruhigende Licht hatten tatsächlich eine ausgesprochen entspannende Wirkung auf mich.

BREATHWALK – Breathwalk soll gerade in Hollywood sehr beliebt sein. Eigentlich ist mit diesem sanften Workout der gute alte Spaziergang gemeint, allerdings streng nach dem eigenem Atem ausgerichtet. Die beiden in den USA lebenden Inder Gurucharan Singh Khalsa und Yogi Bhajan haben ein Workout entwickelt, das so enfach wie genial ist: Atmen und Gehen, Gehen und Atmen. Frische Luft tut gut, das wusste schon meine Oma, und wenn man dabei ganz bewusst einatmet, dann umso mehr. Das bewusste Atmen hat noch einen weiteren Nebeneffekt, der sehr gut tut. Ich musste mich so auf meinen Atemrythmus konzentrieren, dass ich gar keine Zeit mehr hatte über den täglichen Ärger im Büro nachzudenken.

BUDOKON - Asiatischer Kampfsport meets Yoga – so könnte man das von Cameron Shayne entwickelte Workout beschreiben. Budokon kombiniert dynamische, muskelkräftigende Übungen, zum Beispiel Beinkicks, wie wir sie aus dem Thaiboxen kennen mit dehnenden Yogapositionen, die für eine geschmeidige Silhouette sorgen. Jennifer Aniston soll darauuf schwören.

CHI YOGA DANCE ist eine sportliche Wellnessalternative, für alle, die Rythmus entspannend finden. Elemente aus Tanz, Yoga, Tai Chi und Pilates fließen zu einer anmutigen wie anstrengenden Choreografie zusammen. Die Schweizer Wellness-Expertin Lucia Schmidt hat das Body-Mind-Workout entwickelt. Jede einzelne Übung geht fließt in die nächste über. Das soll Energieblockaden lösen, verspannte Muskeln dehnen und es strafft den Körper. Bewusstes Atmen fördert auch hier die Entspannung und erhöht den Sauerstoffgehalt im Blut.

DIÄT nach dem Energiedichte-Prinzip
Bewusste Ernährung ist Teil eines ganzheitlichen Wellnesskonzeptes. Das schließt jede Crash-, Kohlsuppen-, Ananas- oder sonstwie einseitige Diät von vorneherein aus. Es ist einfach ungesund, dem Körper lebenswichtige Nährstoffe vorhzuenthalten. Aber ein paar neue Erkentnisse gibt es auch auf dem Gebiet der Diäten. Wissenschaftler der TU München haben nämlich herausgefunden, dass wir täglich immer etwa die gleiche Menge essen, aber erhebliche Schwankungen in den Kalorien haben, die wir über den Tag zu uns nehmen. Natürlich kann ich mich für eine Weile zusammenreißen und kleinere Mengen essen, aber das rächt sich zumeist in Heißhungeratacken. Was der Körper relativ gut akzeptiert, sind weniger Kalorien bei gleichbleibender Essens-Menge. Eine gute Diät entwickelt nach den neuen Erkenntnissen ist die Brigitte-Diät.

FLOATING Floating Pool – Für das Floating-Erlebnis steigt man in eine Art Riesenbadewanne, die mit warmen Salzwasser (26%) gefüllt ist, so dass der Körper scheinbar schwerelos auf der Wasseroberfläche treibt. Der Floating-Pool befindet sich in einer abgeschlossenen Wellnesskabine, die angenehm warm beheizt ist und die man – und das ist der Clou – in nachtschwarze Finsternis versetzen kann. Bis auf das winiziges grünes Licht der Gegensprechanlage sieht man dann nichts mehr. Nada, niente! Wer es schafft sich drauf einzulassen, der begibt sich in eine völlig neue Dimension der Entspannung. Wem so viel Dunkelheit und Stille zu viel ist, der kann die Kabinendecke wie einen Sternenhimmel aus kleinen Glühbirnen leuchten lassen oder sanfte Musik anschalten. Auf jeden Fall entlastet das schwerelose Treiben die Wirbelsäule, die Entspannung senkt den Blutduck auf wohltuende Weise und das Immunsystem wird durch die Salzwasserkur gestärkt.

MOXIBUSTION ist eine Therapie aus der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei der die Akupunkturpunkte nicht mit Nadeln, sondern mit Wärme stimuliert werden. Die Moxazigarre, ein Stäbchen aus Beifußkraut, wird an- über die Haut gehalten. Durch die Erwärmung verbessert sich die Durchblutung und der Stoffwechsel wird angeregt.

ZAZEN ist eine Meditationstechnik aus dem Zen- Buddhismus, die zu einer tiefen Entspannung führt. Man sitzt mit gekreuzten Beinen auf einem Kissen und konzentriert sich auf aufrechte Haltung und bewusste Atmung. Die Gedanken kommen zur Ruhe, der Alltagsstress fällt ab. Dauer: 15 bis 20 Minuten, am besten täglich.

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