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Gewalt in der Beziehung
Wo sind die Männerhäuser?

Von Dorothee Vohl am 16. Januar 2008 um 14:11 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Macht, Schein

Wenn Konflikte gewaltsam ausgetragen werden, können Männer wie Frauen - wenn auch nicht im gleichen Verhältnis - physisch austeilen. Das weiß man wenigstens aus der Kulturgeschichte, vielleicht nicht aus dem eigenen Alltag. Frauenhäuser gibt es vielerorts, aber was ist mit Männerhäusern?

maennerhaus männerbüro gewalt gegen männer“Warum sitzt denn der Typ da auf dem Herd?”, fährt es mir unwillkürlich durch den Kopf. “Der hat se doch nicht alle – oder? Im Leben geht’s doch eh schon heiß genug zu.”

Ich krall mir den Flyer, der im Landratsamt neben diversen anderen Blättchen und Zetteln ausgelegt ist, und schaue genauer hin. Ist das da nicht Johnny Depp auf dem Foto? Könnte sein. „Männerbüro“ steht da gelb auf blau: Das sind doch die Typen, die immer und überall strickten und so soft waren zum …

Ach nein, ich verwechsle „Männerbüros“ mit „Männergruppen“. Pardon. Ich erinnere mich vage. „Männerbüros“, ein Randprodukt der Frauenbewegung, sind Anlaufstellen für Männer in problematischen Lebenssituationen. Hier können Männer Beratung und Hilfe durch Therapeuten und andere Helfer bekommen. Wenn das Foto dies thematisieren soll, dann finde ich die Bildaussage einfach nur blöde. Das sieht doch nach einer glatten Selbstopferung aus. Wer setzt sich schon freiwillig auf eine glühende Herdplatte?

Eine heiße Lebenssituation kann man auch anders darstellen. Oder soll Mann sich opfern, um ein richtiger Mann zu sein? Komisch, genau das wurde doch Frauen immer vorgeworfen, dass sie sich für Mann, Kinder, Familie aufopfern würden.

Gewalt gegen Männer

Ich würde niemals bestreiten, dass es auch prügelnde Ehefrauen gibt. In meiner Kindheit hieß es von irgendeiner Nachbarin hinter vorgehaltener Hand, dass sie eine solche Megäre wäre. In der Mehrzahl schwingen Frauen aber eher die Verbalkeule als die Fäuste. Allerdings gibt’s auch andere Horrorgeschichten. Da war doch erst jüngst in Düsseldorf dieser Fall, wo eine Ehefrau ihren Mann ermordet und zerstückelt haben soll, um schließlich die Leichenteile durchs Klo zu entsorgen. Ein Ehedrama, das eine lange, auch bereits gewalttätige Vorgeschichte aufwies. Eine hassgeprägte Beziehung, wo schon viel früher hätte eingegriffen werden können.

Allerdings hatten der Ehemann, das spätere Opfer, samt seiner Kinder nicht um Hilfe und Rettung vor der gewalttätigen Frau nachgesucht. Der männliche Stolz war da wohl überlebenswichtiger als das nackte Leben gewesen.

Das Männerhaus

In Deutschland soll es nur ein einziges Männerhaus in Berlin geben, das 2004 eröffnet wurde und acht Plätze bietet. - Das heißt, während meiner Recherche stieß ich noch auf ein zweites Männerhaus in Eckernförde, das ebenfalls von sich behauptet, das einzige Männerhaus Deutschlands zu sein. Ob es da wohl irgendwelche Informationssperren gibt? Warum weiß das eine Männerhaus nichts vom anderen? Oder soll die Öffentlichkeit im Grunde gar nicht wissen, dass es so etwas wie Männerhäuser überhaupt gibt? Wem ist deren Existenz peinlich?

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie einer meiner Dozenten immer wieder mit glänzenden Augen und voller Stolz erzählte, dass seine Frau zu den Gründerinnen des ersten Berliner Frauenhauses gehörte. Männerhäuser allerdings, sofern es sie überhaupt gibt, in der Schweiz gibt es keins, bleiben, so scheint es, lieber unerwähnt im Verborgenen.

Männerhaus - Berlin

Männerbüro Freiburg

Männerbüro Zürich, Basel

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