Fussball-Meisterschaft Euro 2008:
Schweizer Charme-Offensive

Von am 14. Januar 2008 um 12:35 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Allgemein, Hier

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Klar freut er sich auf die Fussball-Europameisterschaft 2008. Dort oben ist er ja auch in Sicherheit… (Bild: Keystone/Schweiz Tourismus)

“Ik verheug me op de Nederlanders”, sagt ein Schweizer Bergführer im orangenen Fussballtrikot in der Werbekampagne, mit der die Schweizer Fussball-Verantwortlichen der Nation ein neues Image überstreifen wollen. Aha. Und wer soll das glauben?

Noch vor wenigen Monaten war der winkende Rechtspopulist Christoph Blocher auf einem überlebensgrossen Wahlplakat das erste, was ein Besucher beim Eintritt in die Fussball-Europameisterschaft 2008 austragende Schweiz bei Basel erblickte.

Dazu kamen jene berühmten Schäfchenplakate, auf denen die weissen das schwarze aus dem Bildrand kicken. Eine englische Freundin mit indischen Wurzeln meinte:

“Wenn ich nicht wüsste, dass die Schweizer so freundlich sind, würde ich mich sehr unwohl fühlen.” In den nächsten Monaten wird sie plötzlich mit entgegengesetzten Botschaften konfrontiert werden, denn die Vorbereitungen zur Fussballmeisterschaft Euro 08 stecken in der Schweiz in Phase 2 und 3: Sympathie gewinnen, Vorfreude wecken. Das ist keine leichte Aufgabe, nachdem Phase 1 (Vertrauen schaffen) für niemanden wahrnehmbar stattgefunden hat.

Mit der Imagekampagne , die die Euro-08-Delegierten jetzt auf die Beine gestellt haben, haben sie sich die Sache nicht leichter gemacht: Sympathische Menschen posieren mit Auto, im Weinberg oder vor einem Flugzeug und geben vor, sich auf die Holländer, Griechen, Türken und Deutschen zu freuen, noch dazu in der jeweiligen Landessprache.

Herzlichen Glückwunsch! Da scheinen die Organisatoren jene Handvoll Leute gefunden zu haben, die sich tatsächlich auf die Fans freuen. Der Rest fürchtet sich nämlich vor besoffenen Hooligans, die in ihre die Vorgärten pinkeln; vor Krach, einem mehrwöchigen Volksfest und einem Übermass an Fröhlichkeit. (Ich nehm mich da nicht aus, mir aber vor, bei dem Fussballsommer kräftig mitzumischen, weil es mich sonst bloss noch mehr anscheissen würde. Gelingt das nicht, werde ich meine Wohnung gewinnbringend an den meistbietenden Hooligan untervermieten.)

Dass die freundliche Begrüssung in ihrer Plumpheit eine Floskel ist, um ausländische Fans in die Irre zu führen, wissen auch die Macher:

“Auf der Freundlichkeitsskala befindet sich unser Land etwa bei Null. Und auf der Fröhlichkeitsskala bei Minus 20″,

sagt Mitorganisator Benedikt Weibel.

Demnächst wird die Gastronomie denn auch mit Freundlichkeitstrainings überzogen, damit das Land “überraschend herzlich” wirkt. Ob es gelingt, einem Land ein neues Image überzustreifen, darf bezweifelt werden. Immerhin bleibt die Werbeagentur bei der Bebilderung der Kampagne auf dem Boden der klassischen Tatsachen: Die Plakate zeigen vor allem männliche Fussballfans.



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Ein Kommentar

hans huber

sehr geehrte frau altvater

werden sie ihre wohnung wirklich vermieten. falls ja: in welcher stadt? ich bin an einer wohnung während der europameisterschaften sehr interessiert.

ihr hans huber.


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