Papierbündler:
Die Rettung aus Holz
Von Annett Altvater am 9. Januar 2008 um 10:37 Uhr Kommentare (8)
Kategorien: Hier, Zeit
Es soll ja immer noch einige Deutsche und andere Landsleute geben, die noch nicht in die Schweiz emigriert sind. Das machen sie richtig - denn hier wird Papier gebündelt.
Klar, die Bezahlung ist gut (sogar Blogger werden hier – wenn auch schlecht – bezahlt), Arbeit gibts mehr als genug, die Kühe sind rund und die Berge hoch. Aber es gibt Dinge, die sind echt gruselig.
Wer etwa in Deutschland seine Papierberge in Container versorgt hat, steht hier vor einem unbekannten Problem: Dem Papierbündeln. Jeden Monat kommt die Papierabfuhr und möchte dann quaderförmige Bündel mitnehmen, die mit Schnüren zusammengehalten werden. Das gilt für alle. Und weil das so ist, hat jeder Haushalt die völlig unpraktischen Papierbündler im schmucken Chromstahl-Design.
Dort schmeisst man das Papier hinein, und wenn nichts mehr reinpasst, muss man bündeln – und dazu muss man es herausnehmen und nochmal von vorn einen Haufen bauen. Wer hat denn Zeit für sowas?
Wer das noch nicht machen musste, soll nicht sagen, dass das ja wohl kein Problem sein kann. Natürlich nicht.
Es gibt ja auch den Superbündler aus Holz. Man schiebt unten einfach die Schnur durch und knotet sie oben fest, ohne die Blätter rauszunehmen und umzuschichten. Damit ist das Bündelleben so gemütlich, dass man sich glatt einbürgern lassen könnte.
Wäre da nicht die Sache mit den Betten, aber dazu mehr ein andermal.
(Wer die schönen Bündel anderer Leute mitnimmt, macht sich übrigens des Diebstahls schuldig.)
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8 Kommentare
Noch ein Schweizer Bettenhorror? Also mir fiel in Zürich nichts Ungewöhnliches auf, außer daß das Zimmermädchen auch durch die versperrte Zimmertür kommt, wenn man am Abend nicht das “Bitte nicht füttern stören”-Schild aufhängt, weil man da noch nicht weiß, daß man morgends müde ist und verschläft. Spätestens, wenn sie dann am Bett steht und “Huch! Entschuldigung! Ist mir das peinlich!!” ruft, ist man aber doch relativ pünktlich wach ;-)
Aber den Quark mit dem Bündeln, den gibts auch hier. Die gemeinnützigen Sammler wollen das so am liebsten. Die Bindfadenindustrie freut sich. Notfalls wurde aber auch Papier in Kartons angenommen. Schlimmer ist der Wertstoffhof, da darf keine Pappe und kein Umschlag mit Klarsichtfenster bei sein.
Aber seit Jahresanfang haben wir endlich eine blaue Tonne. Hat den Vorteil, daß es nicht reinregnet und man auch nichts mehr durch die Gegend fahren muß. Bei unsereins ist Papier ja der meiste Abfall, da war das nötig.
kerstin
schrieb am 9. Januar 2008, 11:20 Uhr (Permalink zum Kommentar)ha - in bern gibts also wunderbare entsorgungshöfe… dazu steht auf der passenden homepage: Bei den Entsorgungshöfen und bei den Quartierentsorgungsstellen kann Papier und Karton lose abgegeben werden (d.h. es müssen keine Bündel gemacht werden). Bei der Quartierentsorgungsstelle Kartons bitte zerstückeln, da sonst die Einwurfsäulen verstopfen.
und in lausanne nehmen sie auch in papiertütengestopftes papier mit…
Dorothee Vohl
schrieb am 9. Januar 2008, 14:44 Uhr (Permalink zum Kommentar)Solche Recyclinghöfe gibt es auch in Deutschland. Ich bin ein echter Fan dieser Einrichtungen. Man fühlt sich nach einem solchen Besuch total befreit.
Übrigens, Wolf, sind hier die Papiertonnen grün. Aber, in Deutschland gibt es ja auch blaue und grüne Polizisten.
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 9. Januar 2008, 15:08 Uhr (Permalink zum Kommentar)Ja, nur unser Wertstoffhof ist da etwas pingelig mit dem Papier. Und außerdem mag ich da nicht ständig hin. Ab & zu ist ok.
Und Grüne Tonne - das ist bei uns dasselbe wie ein Gelber Sack - da kommt all das rein, das einen “Grünen Punkt” hat. Nur da, wo ich bin, gibt es das nicht. Da muß man einen grünen Sack zum Wertstoffhof bringen, wo das rein kommt, was eigentlich in die Grüne Tonne oder den Gelben Sack kommt. Logisch, oder? :-)))
Ganz blöd ist es aber, wenn man einen alten Gartenstuhl aus Plastik hat oder eine PVC-Badematte. Die nimmt der Wertstoffhof nicht, da muß man ca. 40 km bis ans Ende des Landkreises fahren. Und dann noch zahlen.
Annett Altvater
schrieb am 10. Januar 2008, 11:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)Noch ein Bettenhorror? Nee, der war aus Versehen schon vorher drauf. Jetzt hats halt doch jemand gemerkt, ach Wolf-Dieter…
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 10. Januar 2008, 14:50 Uhr (Permalink zum Kommentar)Anett, dann kann ich ja in der Schweiz wieder beruhigt schlafen! :-)
(Aber abgeschlossene Hotelzimmer, die dies auch nach außen kund tun, wären trotzdem irgendwie nicht unschlau!)
Reto
schrieb am 6. März 2008, 00:23 Uhr (Permalink zum Kommentar)… hmm. Ich kann das Bündeln nicht leiden! Wir haben auch so eine Bündelhilfe, aber dennoch türmt sich der Stapel gegen die Decke. Gibt es keine Automaten für den Hausgebrauch?
Zimmerei Würzburg
schrieb am 8. März 2008, 11:47 Uhr (Permalink zum Kommentar)Schöner lesensweter Artikel! Respekt!
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Wolf-Dieter Roth
schrieb am 9. Januar 2008, 10:59 Uhr (Permalink zum Kommentar)