Nicolas Sarkozy und Carla Bruni
Alles halb so wild - wirklich?
Von Ulrike Ammermann am 8. Januar 2008 um 08:28 Uhr Kommentare (4)
Kategorien: Macht, Schein, Sein
Monsieur Le Président Sarkozy liebt Carla Bruni: Nach der Wahl ist die Geschichte öffentlich. Denn “im Krieg und in der Liebe sind alle Mittel erlaubt”, sagt das Sprichwort. Aber muss es, weil es einleuchtend klingt, auch richtig sein? Nehmen wir das jüngste Beispiel öffentlicher Inanspruchnahme aller Mittel in Liebesdingen. Madame Carla Bruni, die neue erste Freundin Frankreichs. Der französische Präsident Nicholas Sarkozy zeigt sich kürzlich erstmals öffentlich mit ihr in Disneyland bei Paris. Derzeit weilt das Paar schon im gemeinsamen Weihnachtsurlaub in Ägypten. Sarkozys zweite Ehefrau Cecilia hatte ihn öffentlich im Wahlkampf betrogen, er sie etwas unöffentlicher wohl auch. Nun ja. Nach publicityträchtigen Liebesbeteuerungen und der gewonnenen Wahl hat sich das Ehepaar Sarkozy nun scheiden lassen. Im übrigen ausgesprochen unöffentlich, und gemessen an der vorausgegangenen ostentativen Öffentlichkeit könnte man fast sagen: heimlich. Von Heimlickeiten bei Madame Bruni keine Spur:
Ihr bisheriges Liebesleben verlief ausgesprochen medienwirksam. Man sagt dem Ex-Model Affären respektive “enge Freundschaften” unter anderem mit Mick Jagger, Eric Clapton, Donald Trump und hochrangigen französischen Politikern nach. Die Tochter eines italienischen Industriellen-Clans (ihr Vater war Mitinhaber des Pirelli-Konzerns), die in Frankreich und der Schweiz aufwuchs, lässt nix anbrennen. So muss es scheinen – spätestens seit eine der düpierten Gattinnen, Justine Lévy, einen Schlüsselroman geschrieben hat über den Verlust der eigenen Ehe an die Lebensgefährtin des Schwiegervaters: “Rien de Grave” – “Nicht so tragisch” auf Deutsch (Verlag Antje Kunstmann). Der Roman erregte 2005 in Frankreich einiges Aufsehen. Vor allem, weil alle Beteiligten so schrecklich berühmt waren. Und weil alle intellektuell-künstlerisch tätig waren, so dass private Schicksale in die eine oder andere Kunstform gegossen werden konnten: Romane, Geschichten, Songs. Keine billigen Abrechnungen, sondern sehr, sehr hörens- und lesenswert. Die Schriftstellerin Justine Lévy nämlich ist die älteste Tochter des Philosophen und Lebemanns Bernard-Henri Lévy, der seit Jahrzehnten nicht nur die klugen Feuilletons, sondern immer wieder auch die Klatschspalten mit seinem Liebesleben beschäftigt. Tochter Justine nun hatte den Sohn eines der besten Freunde ihres Vaters geheiratet: Raphaël Enthoven. Dessen Vater, der Verleger Jean-Paul Enthoven, war zu der Zeit mit einem sehr berühmten italienisch-französischen Model verheiratet. Hélas - einer gewissen Carla Bruni . Und die spannte Justine den Sohn aus. Fertig war ein mittelgroßer Skandal der Pariser Inetellektuellen-Szene rund um die “Männerfresserin”, wie die Eheeinbrecherin in Justine Lévys zwar fiktivem, aber starkt autobiographisch eingefärbeten Roman wenig schmeichelhaft genannt wird. Nun hat selbige einen neuen dicken Fisch an der Angel – oder der Fisch sie: Madame la Maîtresse et Monsieur le Président. Solche Geschichten haben sie in Frankreich seit Jahrhunderten gerne.
Nicolas Sarkozy und Carla Bruni in Ägypten: Jetzt darf das Märchen wahr sein. Wenn’s denn eines ist. (Bild Keystone/Khaled El Fiqi)
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4 Kommentare
Tja, Sarkozy, der Sonnenpräsident…oder so…
http://www.heise.de/tp/r4/artikel/21/21327/1.html
Fachfrage: Wieviele Frauen braucht ein moderner Mann, um berühmt zu werden? ;-)
Tatjana
schrieb am 8. Januar 2008, 22:36 Uhr (Permalink zum Kommentar)Interessant ist, dass ebendiese Männer ebensolche, primär schönen, Frauen zur Imagepflege und Zierde gebrauchen. Nur werden diese Liaisons den Frauen als verwerfliches, nuttiges Fehlverhalten vorgeworfen und den Männern als gern tolerierte, viel bewundernswerte und irgendwie natürliche Sammlerleidenschaft zugestanden.
Wolf-Dieter Roth
schrieb am 8. Januar 2008, 22:57 Uhr (Permalink zum Kommentar)Hm, wieviele Mätren hat eigentlich Angela Merkel? :-)
Jean-Claude
schrieb am 10. Januar 2008, 13:40 Uhr (Permalink zum Kommentar)@ Tatiana, es mag ja sein, dass Sarkozy seine neue Begleitung auch nach Kriterien der Imagepflege ausgesucht hat (vitaler, jugendlicher dynamischer Präsident, der in der Kabinettsitzung die sms seiner Liebsten checkt etc., das kommt immer an). Immerhin wird Carla Bruni ständige Begleiterin oder Freundin des Staatspräsidenten. Ist ja mit allem Drum und Dran nicht nichts. Und sie weiss natürlich, worauf sie sich einlässt. Das konnte Sarkozy Ex-Frau nicht wissen. Die beiden waren schon ein Paar, bevor er Innenminister wurde. Für sie war diese neue Rolle viel schwieriger.
Angenommen, eine Staatspräsidentin würde sich einen flotten Begleiter angeln. Bei dem würde man natürlich ebenso sagen: Der Junge weiss, worauf er sich einlässt. Er zahlt einen Preis, hat aber auch was davon fürs Leben. Und die angenehmen finanziellen Aspekte von solchen Liaisons sollte man nicht unterschätzen.
Das Wort “nuttig” würde ich hier weder für Frauen noch Männer gelten lassen. Chancen genutzt, schon eher. Wenn dann auch noch so etwas wie Liebe dabei sein sollte, umso besser. Obwohl Carla von Ihren Fredinnen sicher mit der Frage gelöchert werden wird: Wie ist der Staatspräsident denn so, du weisst schon. Stell ich mir nicht einfach vor.
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Wolf-Dieter Roth
schrieb am 8. Januar 2008, 11:55 Uhr (Permalink zum Kommentar)