Forbes und seine Top-Listen:
(Männliches) Schubladendenken
Von Dorothee Vohl am 7. Januar 2008 um 08:02 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Macht, Schein
Bestenlisten und Hitparaden sind Ausdruck einer (männlichen) Konkurrenzgesellschaft. Das US-Magazin „Forbes“ beherrscht die Stimulation des Wettbewerbs mit seinen unzähligen Listen über Gott, die Welt und die Wirtschaft besser als alle andern.

“Mächtigste Frauen der Welt” – “Die Frau hinter der Frau”: Forbes’ Magazine schreckt vor keiner Wettbewerbskategorie zurück.
Olympia ist überall. Listen der Top-Ten finden sich schon lange nicht mehr nur in den Hit-Paraden der Musikbranche, sondern scheinen ganz nach dem Motto: „Ich zähle bis zehn und …“ flächendeckend, quasi als demoskopische Wahrheiten, sämtliche Belange und Bereiche, die nach Publizität schreien, zu bestimmen. Ob diese Listen als Ansporn dienen oder nur bekunden sollen: „Ätsch, du bist wieder nicht dabei!“, bleibt offen. Das US-amerikanische Magazin „Forbes“ ist in dieser Hinsicht zweifelsohne der Weltmeister der Rasterverfahndung in sämtlichen Kategorien.
Sexy, busy und erfolgreich
Macht Erfolg sexy, wie zahlreiche namhafte und namenlose, meist ältere Exemplare der männlichen Spezies in der bunten Medienwelt die Menschheit glauben machen möchten? Oder gilt doch nur und immer wieder „Sex sells“? „Forbes” stellte unlängst die Kombination Sex und Erfolg in eine andere Verbindung, und kürte die Liga der sexiest Business Women der USA.
Natürlich taucht Heidi Klum in dieser Garde ebenfalls auf. Auf Platz 5. In deutschen Landen ist diese Lady gewiss die ungeschlagene Nummer 1.
Frauen obenauf
Oprah Winfrey führt die Liga der Celebrities an, J.K. Rowling steht, wer hätte es gedacht, an der Spitze der AutorInnen, Madonna ist wieder einmal die Mächtigste der Musikbranche und die deutsche Frau Bundeskanzlerin ist die mächtigste Frau der Welt (dabei konnte man grade lesen, dass Frau Merkel immer noch und nur um die Anerkennung ihres Vaters buhlen würde. Aber der alte Herr hat mittlerweile bestimmt großen Mores vor seinem Fräulein Tochter.).
Maßstäbe
Manchmal sind all diese Setzkästchen amüsant, dann wieder ermüdend, lästig und unnötig. Sie helfen bei der Fixierung des eigenen Selbst- und Marktwertes nicht die Bohne. Keine Frage. Eventuell verwirren sie ja auch die/den eine/n oder andere/n. Mag sein. Idole, Ideale, Vorbilder lassen sich ja auch durchaus im Radius der Privatheit und Nicht-Öffentlichkeit finden.
Das Magazin “Forbes” und seine Listen: Online zum Durchklicken
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Ein Kommentar
[...] Man soll sich nicht zu sehr auf Listen verlassen, mahnen uns die Frauen völlig zu Recht: Diese Schwanzvergleiche sagen doch eigentlich gar nichts aus… Nun, die [...]

medienlese.com » Blog Archiv » Medienblogcharts 12/2007: Das hört ja gut auf…
schrieb am 7. Januar 2008, 08:04 Uhr (Permalink zum Kommentar)