Im Tapetenmuseum:
Starr die Wand an und staune
Von Annett Altvater am 1. Januar 2008 um 09:32 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Geist, Hier
«Hey, lass uns doch mal ins Tapetenmuseum fahren.» So eine Aufforderung hätte noch vor einer Weile skeptische Blicke hervorgerufen.

Auf Tapete statt im Aquarium: Fische in Hong-Kong (Foto: Keystone/Vincent Yu)
«Warum nicht?», heisst heute die Antwort und die Fahrt nach Rixheim kann beginnen. Denn Tapeten sind wieder heiss und Szenekneipen, die ihre Wände mit Designpapierrollen schmückten, sind dran schuld.
Jahrelang galt die Raufasertapete als unvermeidliches, aber praktisches und unauffälliges Übel, Omas Strukturtapete mit Textilanteil hingegen liess uns schaudern. Heute lieben Designer und Innenausstatter die barocken Tapetendesigns von Ulf Moritz, junge Grossstadtmenschen holen sich mit den Wald- und Wiesentapeten von Berlintapete die Natur ins Haus und bei Single Tapete klebt ein Ersatz-Schatzi an der Wand.
Kurz: Die Tapetenvielfalt ist wieder da. Und mit ihr das Interesse für die Ursprünge. Die kann man im Tapetenmuseum im elsässischen Rixheim erfahren. Rixheim ist neben dem Kasseler Tapetenmuseum das einzige seiner Art weltweit, hat mit 130′000 Sammlungsstücken aber auch das siebenfache von Kassel zu bieten. Kunststück, produzierte im Elsass doch die Firma Zuber et Cie seit 1802 im grossen Stil ihre Papiertapete. Noch heute ist der Betrieb für seine Panoramatapeten bekannt, die beispielsweise den Diplomatic Reception Room im Weissen Haus ziert. Wer nach dem Besuch des Tapetenmuseums Lust bekommen hat, die eigenen vier Wände mit einer Zuber-Tapete zu verschönern, muss mobil sein: Die Firma hat ihren Hauptsitz zwar nach wie vor in Rixheim, empfängt die Kundschaft aber lieber in ihren Showrooms in Paris, London, New York, Los Angeles, Nizza und Dubai.
www.museepapierpeint.org
www.zuber.fr
www.berlintapete.de
www.single-tapete.de
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