Zum Jahresende:
Ist Fortuna launisch?

Von am 28. Dezember 2007 um 10:01 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Sein

Es ist wieder einmal so weit: fünf vor zwölf. Das Jahr geht zur Neige. Ein Resümee ist angesagt: Schlussstriche ziehen, Vorsätze entwickeln und vor allem aufs Glück vertrauen.

fortuna
Fortuna und das Rad des Lebens: Mittelalterliches Manuskript (Quelle:wikipedia.de)

Zum Glück … das klingt doch beinahe wie „Zum Teufel“. Irgendwo hat das Glück meistens einen Pferdefuß. Zumindest fühle ich mich bisweilen getreten, nicht gerecht behandelt oder einfach nur vom Glück übersehen.

„Quelle fortune?“, fragte ich mich jüngst, als der Jackpot wieder mal nicht bei mir landete, als der große Auftrag, dem die fetten Tantiemen folgen sollten, doch nicht unterzeichnet wurde und auch dieser leidige Prozess nach Jahren des zähen Kampfes verloren ging. Soll das etwa gerecht sein? „Quelle fortune?“

Dabei hätte es doch nur ein Zipfelchen zu sein brauchen, ein klitzekleines. Ich wollte ja gar nicht unbedingt das große, fette Ganze. Der Rest hätte mir auch schon gelangt. Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei.

Alles Wurscht? Nun, wo das Jahr zu Ende geht, zwingt mich diese launische Dame Fortuna wieder einmal in die Knie, fordert erneut und wieder einmal mein Vertrauen ein. Wie denn, wie nur? Ja, ist denn diese Dame überhaupt vertrauenswürdig? Wenn sie da mit ihrem übervollen Füllhorn hausieren geht, die Kugel rollen lässt und die Welt beglückt … Und wo, bleibe ich? Immer hat sie dieses Lächeln ins Gesicht gekleistert. Wie eine Maske. Das ist ja lächerlich! Des einen Freud ist des anderen Leid.

Wer sagt´s! Das Regime der Fortuna ist die Diät. Die Franzosen müssen es ja wissen, heißt bei denen doch eine Diät régime. Auch der Mond kennt diese Figurprobleme und der ist bekanntlich wechselhaft und launisch. Sicher kommen der Mond und die Fortuna aus einem und demselben Stall. Ich sollte mich einmal wegen dieser Angelegenheit bei einem Astrologen erkundigen.

Wie sagte doch noch gleich der wunderbare polnische Dichter und Essayist Zbigniew Herbert: „Man muss sich einstellen auf das Neue mit dem Gesicht.“ Ich atme tief durch. O.K. Danke, Herr Herbert, danke.

Mythologie der Fortuna (Wikipedia)



Vorheriger / nächster Artikel

<< >>


Ein Kommentar

Hardy Villwock

Hallo. Ich habe nur die Überschrift gelesen, nicht den Artikel. Natürlich ist Fortuna launisch. Schließlich…


Leseservice

Kontakt

RSS-Feed, was ist das? Artikel 1x täglich per Mail:

E-Mail-Adresse eingeben:

Unsere Blogs

Über Blogwerk