Auf grossem Fusse:
Ein Appell an Paris Hilton
Von Therese Balduzzi am 19. Dezember 2007 um 11:00 Uhr Kommentare (0)
Kategorien: Sein
Der Anteil grosser Frauen mit entsprechend langen Füssen steigt. Doch das Angebot an grossen Schuhen bleibt weiterhin mager. Online-Shopping bietet einen Ausweg.

Grosse Designer kreieren nur für kleine Füsse. (Foto: Keystone / AP Jerome Delay)
Es ist schon lange überfällig, dass die omnipräsente Paris Hilton ihren Celebrity-Status endlich mal für einen guten Zweck einsetzt. Sie muss ja nicht gleich gegen Krieg, Hunger und Armut antreten. Erstens wäre ihr das nicht sexy, pardon “hot”, genug; zweitens bringt sie dafür etwas gar wenig Glaubwürdigkeit im rosa Handtäschchen mit. Nein, aber sie könnte kleiner anfangen, harmloser. Wie wir hören, hat Paris beispielsweise grosse Füsse – nach verschiedenen Quellen handelt es sich um die Schuhgrösse 40, 41 oder 42. Und: Sie schämt sich deswegen! Also Paris! Wo bleibt da dein abgeklärtes Selbstverständnis? Dein hedonistisches Laissez-Faire?
Im Minirock ohne Unterwäsche aus der Limo steigend hast du dein Unaussprechliches dem Blitzlichtregen der Paparazzis ausgesetzt. Und ein guter Teil der pubertierenden männlichen Menschheit hat dir beim Kamasutra-Üben mit Boyfriend zugeschaut. Und du schämst dich für deine Füsse? Wie wäre es, wenn du stattdessen mal bei allen grossen Schuhdesignern, von Manolo Blahnik, über Jimmy Choo, bis zu Prada und Kate Spade Schuhe in deiner Grösse bestellen würdest? Und ihnen gleichzeitig beibringen könntest, dass ein Heer von grossgewachsenen Frauen mindestens so lange Füsse haben wie du, aber kein passendes Angebot finden?
Beige Orthopädieschuhe
Ein solcher Appell drängt sich auf. Denn die Situation ist desolat. Zwar liegt die durchschnittliche Schuhgrösse der heutigen Amerikanerinnen heute bei 39-40 – vor dreissig Jahren war es 37! Für Europäerinnen gilt vermutlich Ähnliches, doch die im Massenhandel erhältliche Auswahl hält nicht mit. Sie nimmt ab Grösse 40 rapide ab und ist bei Nummer 42 nur noch deprimierend. Für eine Frau mit langen Füssen gibt es nichts schlimmeres als mit einer Freundin zu shoppen, die Grösse 37-39 trägt. Und wenn im Schuhgeschäft gerade noch Ausverkauf ist - oh je! Die Freundin stürzt sich ins Gewühl und kann bald zwischen Dutzenden von Modellen in diversen Farben und Stilen auslesen. Ist für die Grösse 42 überhaupt ein Platz im Gestell vorgesehen, liegt dort meist das notorische beige Orthopädie-Modell. Etwas, das Krankenschwestern einst trugen. Daneben stehen eventuell noch zwei Ladenhüter, denen auf den ersten Blick anzusehen ist, warum sie auch sonst niemand wollte: Giftgrüne Ballerinas mit unmöglichen Goldschnallen oder eine violette Jesussandale mit zwölf cm Keilsohle.
Das kleinere Übel
In den besseren Fällen gibt es in einem Schuhgeschäft den Schuh, den man ursprünglich wollte, zwar nicht. Doch ein ähnliches Modell wartet auf eine neue Besitzerin. Allerdings ist der wiederum meist nicht in der gewünschten Modefarbe erhältlich ist, sondern nur in Schwarz. Genauso wie die anderen zwanzig Paare im Kleiderschrank. Meist bleibt einem am Schluss nichts anderes übrig, als aus zwei Paaren, die man nie wollte, in einer Farben, die man nicht wirklich möchte, das kleinere Übel auszulesen.
Unter den teureren Schuhmarken bieten in New York Stuart Weitzman, Sigerson Morisson und Sacco Grösse 42 (11) an. Sie sind teilweise auch in Europa erhältlich. In Zürich führen das Schuhcafé, Stefi Talman, BigShoes und St. Annahof bis zur Grösse 42, resp.43.
Am meisten verändert hat bisher das Internet. In Amerika bieten inzwischen einige Massenmarken wie Nine West, Aerosoles und Payless Schuhwerk bis zu Grösse 43 (12) auf ihrer Website an. Leider sind diese Modelle jedoch meist auch breit.
Weitere Internetadressen von Schuh-Anbietern für grossfüssige Evas.
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