Luxusartikel für alle:
Designerware zum Mieten

Von Therese Balduzzi am 15. Dezember 2007 um 11:14 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Schein

Zu viele Parties – zuwenige Tenues: Zweimal im gleichen Outfit zu erscheinen, ist in Amerika tabu. Deshalb bedienen sich die Frauen der High Society neuerdings bei Verleihdiensten, die über Internet topmodische Kleider und Accessoires vermieten.

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Im edlen Gewand, aber nur auf Zeit: Designer-Outfit von Emanuel Ungaro (Foto: Keystone / Jean-Gabriel Barthelemy)

Luxus ist nicht mehr, was er mal war: Einst nur den “Happy Few” zugänglich, für die der Preis keine Rolle spielte, haben sich Luxusartikel zu einer Art teuren Massenware entwickelt, die sich viele leisten können. Oder besser: “leisten können sollten”. Denn dies ist die Botschaft, die einem täglich von allen Seiten eingehämmert wird:

Nicht nur, dass man glücklicher wäre, wenn man sich diesen Marc Jacobs Mantel, die Yves Saint Laurent Lacktasche und die Harry Winston Ohrringe dazu leisten könnte, sondern auch, dass man eine Verliererin ist, wenn man das nicht kann.

Zwar ist heutzutage sicher ein grösserer Teil der Gesellschaft imstande, sich diesen oder jenen Luxus anzueignen als je zuvor. Gleichzeitig haben aber gerade Modeartikel in den letzten zwei, drei Jahren einen deutlichen Preissprung vollzogen. Kurz nachdem es akzeptabel wurde, dass eine Designerhandtasche um die tausend Dollar kostete, setzten sich andere Designer wiederum von diesem “Durchschnitt” ab, indem sie ihre Taschen für 2500 Dollar verkauften. Mit der Wahl der Materialien und der Qualität der Verarbeitung hat dies nicht mehr viel zu tun. Eher damit, die Artikel unzugänglicher und damit umso begehrenswert erscheinen zu lassen.

Desingertaschen ab 60 Dollar

Gerade aber die, die sich um die Preise am wenigsten kümmern müssten, Hollywoodstars und andere Berühmtheiten, bezahlen kaum je etwas. Ihnen werden die Kleider und Accessoires ausgeliehen, auf dass sie für das entsprechende Modehaus (via Boulvardblätter) gratis Werbung machen.

Neuerdings kann sich fast jede in diese Lage versetzen – zwar nicht ganz gratis, aber fast. Mit einem wachsenden Angebot an Verleihhäusern, die auf neuste Mode spezialisiert sind, lässt sich in Amerika ein Designeroutfit für einen Tag, wochen- oder monatsweise mieten. Bei einigen Firmen muss man zuerst einen Mitgliederbeitrag von 30 bis 1000 Dollar bezahlen, andere verrechnen ausschliesslich ausgeliehene Artikel, meist etwa 10-15% des Kaufpreises. Eine Handtasche von Yves Saint Laurent für 2000$ kostet so etwa 60$ pro Woche oder 175$ pro Monat. Kann man sich vom Objekt nicht mehr trennen, besteht bei einigen Verleihhäusern auch die Möglichkeit, den Artikel zu kaufen.

Nie zweimal dasselbe tragen

Bagborroworsteal.com aus Seattle leiht Designerhandtaschen und Schmuck aus. BowrrowedBling.com aus Kalifornien leiht Schmuck aus. Bei Albright Inc., einem Loft in Downtown Manhattan und Wardrobenyc.com, ebenfalls in Manhattan, kann man geich die ganze Kluft, inklusive Schuhen, mieten.

Obwohl Designerhandtaschen auch für nur 30 Dollar im Monat gemietet werden können, werden die meisten Luxusartikel von Mitgliedern der High Society ausgeliehen. Das sind ausgerechnet jene, die bereits Designerkleider in Hülle und Fülle besitzen. Doch nehmen sie an so vielen Benefizveranstaltungen und Opernpremieren teil, dass selbt ihre Garderobe an Grenzen stösst, denn zweimal dasselbe tragen ist ein absolutes “No-no”. Doch wer weiss: Vielleicht wird das bisherige Tabu, im gleichen Outfit zweimal zu erscheinen, bald bald ein stolzes Zeichen dafür, dass man die Ware tatsächlich besitzt.



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Ein Kommentar

Sofie

Hihi, den Schluss fand ich jetzt aber wirklich cool.


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