Serviceclubs im Vergleich:
Männer spenden mehr

Von Annett Altvater am 11. Dezember 2007 um 14:03 Uhr Kommentare (2)
Kategorien: Hier, Macht

Adventszeit ist Spendenzeit. Das ganze Jahr sozial engagiert sind die Serviceclubs wie Rotarier, Lions oder Soroptimistinnen. Sie haben alle die gleichen Ziele, trotzdem funktionieren die Männerclubs ganz anders als die weiblichen Vereinigungen.

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Gut betuchte Rotarier feiern den 100. Geburtstag des Clubs (Keystone)

Wenn die Rotarier den Spendensack öffnen, verteilen sie mit vollen Händen: 5000 Schweizer Franken (3000 Euro) für den Verein Tagesfamilien, 20′000 fürs Kloster Sarnen im bergigen Obwalden, ein Renault für einen Behindertenfahrdienst, 100′000 Franken für eine Stiftung, die Behinderten Wohnräume und Arbeitsplätze bietet. Oft sind es Ortsvereine, die diese Summen aufbringen, die Liste liesse sich noch lange fortsetzen. Insgesamt, berichtete die schweizerische Handelszeitung, betrug das Spendenvolumen der Rotarier, Kiwanis und Lions im letzten Jahr zehn Millionen Franken, also gut sechs Millionen Euro

Bei diesen Organisationen handelt es sich um ursprünglich männliche Serviceclubs, die sich wegen Mitgliedermangels seit den Achtzigern auch Frauen geöffnet haben. Das scheint die Frauen allerdings nicht sonderlich zu interessieren, in der Schweiz sind von 11′400 Mitgliedern nur 660 weiblich.

Recherchiert man beim Schweizerischen Mediendienst die Berichte über Spenden der Frauenclubs Zonta und Soroptimist, ist die Reihe erstens weniger lang als die der Rotarier und zweitens ist seltener von grossen Beträgen die Rede: 2000 Franken gabs für eine Einrichtung für Suchtkranke, 500 für engagierte junge Frauen, die Summe von 52′000 Franken für ein Spital fällt aus dem Rahmen.

Frauen sind um Konsens bemüht

Das Spendenvolumen von Männer- und Frauen-Clubs ist völlig unterschiedlich, obwohl männliche und weibliche Service-Organisationen sich auf den ersten Blick kaum voneinander unterscheiden. Beiden geht es darum, Freundschaften zu pflegen und soziale Projekte zu unterstützen. Aber trotz der Ähnlichkeit lassen sich Frauen-Clubs nicht mit den männlichen vergleichen. Zum Beispiel hat Annette Mollet-Maier, Vize-Präsidentin des Soroptimist-Clubs in Basel, festgestellt, dass Frauen länger diskutieren, bevor sie eine Entscheidung fällen. Deshalb kommt es fast nicht vor, dass eine Einzelperson die anderen überstimmt - was die Entscheidungsfindung nicht unbedingt einfacher macht.

Aber nicht dieser unbedingte Wille zum Konsens ist dafür verantwortlich, dass die Soroptimistinnen nicht durch sagenhafte Spendenvolumen auffallen, sondern die unterschiedlichen Positionen von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt. Die Mitglieder von Herrenclubs besetzen nicht selten Kaderstellen und verdienen entsprechend gutes Geld. Umso grosszügiger können sie für gemeinnützige Zwecke spenden.

Bei den meisten Frauen-Serviceclubs können zwar ebenfalls nur berufstätige Frauen Mitglied werden. Aber erstens gilt beispielsweise bei den Soroptimistinnen auch eine Hausfrau als Berufstätige und zweitens liegen die Gehälter der Frauen oft unter denen der Männer. Das wirkt sich auf das Spendenvolumen aus, und das wiederum beeinflusst den Bekanntheitsgrad eines Clubs: Es klingt einfach toller, wenn die Rotarier 30′000 Franken spenden, während etwa die Basler Soroptimistinnen “bloss” 9000 Franken pro Jahr zusammenbekommen, die sie in Frauenprojekte investieren.

Frauenclub Zonta:
Soroptimistinnen:
Rotarier:
Kiwianis:

Lions Club:



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2 Kommentare

Susan

Millionäre sind überwiegend männlich, Topmanager sind männlich … ich denke das Frauen sich genauso für wohltätige Zwecke einsetzen wie Männer! Vielleicht ist eben nur die Geldverteilung etwas anders.


Annett Altvater

Das wollte ich damit auch sagen: Frauen setzen sich ein, aber sie haben weniger zu verteilen.


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