Grünliberale Schweiz:
Grün, liberal und männlich

Von Annett Altvater am 8. Dezember 2007 um 11:00 Uhr Kommentare (1)
Kategorien: Macht

Die Grünliberalen profilieren sich in der Schweiz als neue politische Heimat für grüne Köpfe - allerdings vorwiegend für männliche. Passen die Grazien aufs Kind auf, während der Mann Politik macht?

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Grünliberale Verena Diener - eine der wenigen Frauen in der Partei. (Foto: Keystone)

Die Schweizer Grünliberalen haben Aufwind. Kein Wunder: Öko-Themen sind in aller Munde. Konservative Kräfte gehen mit ihrem ökologischen Gewissen ebenso hausieren wie Linke und jene, die schon immer grün waren. Nur fühlen sich viele, denen grüne Belange wichtig sind, nicht in einer christlichen Partei zuhause.

Die Sozialdemokraten wiederum sind vielen zu weichgespült, die Grünen zu… naja, zu grün, zu verkrustet, zu rückwärtsgewandt. Und die Allianzen der Liberalen mit den Rechten sind nur wenigen geheuer. All jene modernen und wirtschaftsfreundlichen Ökos also hoffen, eine politische Heimat bei den Grünliberalen zu finden, bei einer Partei, die sich als pragmatisch und lösungsorientiert bezeichnet.

Die politische Heimat stellte sich am Donnerstagabend an einem ersten inoffiziellen Treffen in Basel vor. Motivierte Juristen, Soziologen, Biochemiker und IT-Spezialisten hätten am liebsten sofort die Statuten unterschrieben. So viel Engagement in Ehren, aber kann mir jemand erklären, warum sich nur drei Damen an die Veranstaltung verirrt hatten, während 20 Männer kaum zu bremsen waren?

Ein Blick auf die Internetseite der Grünliberalen zeigt übrigens, dass die Männer nicht nur an solchen Kick-off-Veranstaltungen in der Überzahl sind. Liebe grüne Damen: Bitte verratet mir, ob ihr euch nicht für Politik interessiert, ob ihr euch an der Kombination von grün und liberal stört oder ob ihr gestern alle Kinder hüten und bügeln musstet.

Und wenn ihr nur den Termin verpasst habt: Das nächste Treffen kommt bestimmt, meldet euch an unter der (ziemlich unglücklichen Adresse) www.grunliberale.ch.



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Ein Kommentar

Regula

Liebe Annette

Möglicherweise ist das ein Hinweis darauf, woher die Anhängerschaft der Grünliberalen kommt: Eigentlich bürgerliche Menschen, die mit der SVP nichts am Hut haben wollen, was ihnen die FDP nicht mehr bieten kann. Und in bürgerlichen Haushalten ist halt tatsächlich die Dame des Hauses nicht die, die sich um die Politik kümmert…


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