“Jungsheft”
Braucht es Softporno für Frauen?

Von Ulrike Ammermann am 6. Dezember 2007 um 14:02 Uhr Kommentare (3)
Kategorien: Sein

Als erstes werde ich gewarnt: Das Betrachten dieser Web-Seite ist ausschließlich Personen ab 18 Jahren gestattet.

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Erotische Schnürstiefel? Entblättern für Fauen (Foto: Keystone / Laurent Gillieron)

Egal, heute mal mutig sein, ich gehe trotzdem auf Enter. Ein kleines zartrosa Herz, das von einem Pfeil erdolcht wird, ziert die nächste Seite. Deutlich größer ist das Bild eines hübschen Jungen, der nur mit einer schwarzen Jeans bekleidet auf einem Flokatiteppich fläzt. Den Teppich möchte ich auf keinen Fall in meiner Wohnung haben, den Jungen würde ich schon aufnehmen.

Ich bin gerade zum ersten Mal in meinem Leben auf der Seite www.jungsheft.de - der Seite zum Pornoheft für Mädchen über 18. Der Titel der aktuellen Ausgabe verspricht „Lecker Jungs“, ein Portrait der Schauspielerin Jessica Schwarz (gerade im Kino zu sehen mit „Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken“), einen Artikel über Sex-Klischees,…

Auf die dumme Idee, mich hier mal umzusehen, hatte mich meine Freundin Sabine gebracht. Wir saßen morgens ganz unschuldig beim Kaffee zusammen. Sie hatte gerade ihr kleine Tochter Marie in den Kindergarten gebracht und erzählte mir von einer erotischen Zeitschrift für Frauen. Das Jungsheft. Hatte sie am Hauptbahnhof entdeckt. Porno für Frauen?? Ich kann mich wirklich nicht erinnern, davon schon mal gehört zu haben.

Halt, doch zu Studienzeiten hatten wir beide eine gemeinsame Freundin, die die „Playgirl“ abonniert hatte. Auch so ein Heft, das sich auf der Porno-Spielwiese versuchte. Fanden wir eine Weile ganz spaßig, das müssen Sabine und ich schon zugeben. Und irgendwie fanden wir uns auch emanzipiert. Wir wollten uns von den Jungs nix vormachen lassen. Die hatten schließlich die H & M –Werbekampagne mit Claudia Schiffer im knappen Bikini als überlebensgroßen Starschnitt in ihrer WG-Küche hängen, lasen Playboy und Hustler.

Na ja, irgendwann hatten wir zuviel mit den Männern in unserem echten Leben zu tun und wir vergaßen den kleinen Playgirl-Ausflug wieder. Aber jetzt, ein paar Kilo und ein bisschen Zellulitis später, nach der ersten Langzeitbeziehung oder Ehe, haben wir wieder Lust (und Bedarf) auf dumme Ideen.

So ähnlich erging es wohl auch den beiden Kölnerinnen Elke Kuhlen und Nicole Rüdiger, die die Idee zum Heft hatten. Sie wollten mal nicht die ewig gleichen muskelbepackten Bauarbeiter und Feuerwehrmänner sehen sondern normale, wenn auch etwas hübschere Jungs als der Normalmann. Und, weil es so was nicht gab, haben sie die Zeitschrift zu ihren Wünschen eben selbst gemacht und bringen sie im Eigenverlag heraus. Mit dem Versprechen: Hier findet ihr nackte Jungs. Angezogen, ausgezogen und mit Latte.

Was findet ihr? Müssen wir den Männern alle triebgesteuerten Fehler nachmachen? Brauchen wir wirklich Porno für Frauen? Oder ist es ganz natürlich, dass auch wir unsere Wünsche ausleben?



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3 Kommentare

Bambi

Und? Wie hats denn die Autorin jetzt gefunden? Sind die Jungs auch wirklich hübsch? und würdest Du das Heft auch kaufen? 1x und nie wieder oder doch ab und zu? Wie findet es denn die Freundin Sabine? Fragen über Fragen, bitte mehr zum Thema!


Ulrike Ammermann

Hallo Bambi,
die Fragen, die du stellst, sind so gut, da möchte ich sie am liebsten zurück geben: Wie findest du denn Porno-Zeitschriften für Frauen? Würdest du so eine Zeitschrift kaufen? Und wie siehts mit DVD und ähnlichen Sachen aus?
Was mich selbst angeht, so hängt die Antwort von meiner Tagesform und natürlich vom Heft ab: Manchmal finde ich so ein hübsches Heft richtig gut, manchmal ausgesprochen langweilig. Und was Sabine angeht, die hätte es mir wohl nicht ans Herz gelegt, fände sies nicht gut.
Du siehst, die Fragen werden nicht weniger.


ida

“Müssen wir den Männern alle triebgesteuerten Fehler nachmachen?”

Wieso soll den das jungsheft was mit triebgesteuerten Fehlern zu tun haben?

Triebgesteeuert: meinetwegen.

Fehler: Nein.


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